Die in Düsseldorf ansässige Kythera Kultur-Stiftung ehrt die 1935 in Palermo geborene und dort lebende Fotografin Letizia Battaglia als ihre achtzehnte Preisträgerin, ausgezeichnet für das Jahr 2019.

Letizia Battaglia ist die Grande Dame der italienischen Fotografie. Diesen Ruf erwarb sie sich damit, dass sie zwischen 1974 und 1990 den „Mafia-Krieg“ in ihrer Geburtsstadt Palermo wie auf Sizilien mit beispiellosem Mut in beeindruckenden Schwarz-Weiß-Aufnahmen dokumentierte. Ihr war es damit vor allem zu verdanken, die Grausamkeit dieser Verbrechen, die damals zumeist angstvoll beschwiegen wurden, der Öffentlichkeit zu Bewusstsein zu bringen. Ihre Fotografien sind ein schonungslos genaues Abbild der tiefen Spuren, die diese Mafia-Morde in der Gesellschaft Siziliens hinterließen. Mit Empathie zeigt sie deren Opfer wie die Trauer der Angehörigen. Ein weiterer thematischer Schwerpunkt ihres fotografischen Oeuvres ist ihre Wahrnehmung des sizilianischen Alltagslebens in seiner ganzen Vielfalt. Ihr besonderes Augenmerk gilt Frauen und Mädchen der ärmeren Gesellschaftsschichten, deren Kleidung, Gesichter und Haltung von den Härten eines Lebens Mitteilung machen, die von Letizia Battaglia stets liebevoll und nicht voyeuristisch in den Blick genommen werden.

Die im Jahr 2001 von Gabriele Henkel gegründete Kythera Kultur-Stiftung würdigt mit ihrem mit 25.000 Euro dotierten Preis Persönlichkeiten, die sich um die Vermittlung insbesondere der romanischen Kultur verdient gemacht haben.

Die Preisverleihung findet am 21. Oktober 2019 in Palermo statt. Die Laudatio hält der Bürgermeister von Palermo Leoluca Orlando.

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